Sattelberatung für den richtigen Sattel: welcher ist der richtige Sattel für mein Pferd? Hilfe zum richtigen, schulterfreien Sattel – Sattelberatung von Theo Stamm

Unsere Devise bei der Sattelberatung – ein schulterfreier Sattel sollen es sein:
Schlechtes Reiten auf dem richtigen Sattel ist für das Pferd weniger problematisch als gutes Reiten auf einem schlecht angepassten,  falschen und nicht schulterfreien Sattel. Der Sattel soll – wie all unsere Einwirkung – eine Hilfe und keine Störung sein. Dennoch muss der Reiter sich bemühen, den optimalen Sitz und Schwerpunkt zu finden.

Allgemeine Grundsätze

Die Wirbelsäule zählt nach dem Pferdemaul zu den am stärksten beanspruchten und empfindlichsten Körperteilen eines Pferdes. Denn außer der Länge der Sattelkissen kommt es auch auf die Kissenform und die Schulterfreiheit an, vor allem in der Bewegung und Rückenaufwölbung, hier besonders beim Trab und dabei in Dehnungshaltung. Die Kissen müssen der Anatomie des Pferdes in der Bewegung folgen.

Die Biomechanik (nicht zu verwechseln mit der Biodynamik, diese beruht u. a. auf den Einflüssen durch die Psyche eines Lebewesens) gilt es zu unterstützen und nicht zu blockieren.

Die Kissenform muss dem Pferd in der Bewegung, nie im Stehen, angepasst werden, das ist auch Stand der neueren Forschungen. Die Rückenform in Bewegung (also Aufwölbung) wird beim stehenden Pferd simuliert durch Bauchnaht-Reizung, z. B. mit Deuserstäbchen. Dabei wölbt sich der Rücken zu seiner maximalen Möglichkeit (sog. Aufwölbung oder Dorsiflexion) auf. Diesen ermittelten Wert nennt man den Dorsiflexions-Wert. Das ist die Rückenform, die das Pferd unter dem Reiter im gut gerittenen Schritt oder Trab bei trainierter und gesunder Bemuskelung erreichen kann, der ideale Wert für die Kissenanpassung. Nur so kann die Wirbelsäule optimal und dauerhaft den Reiter tragen. Ist der Rücken bereits deformiert, so muss durch entsprechendes Training die Bemuskelung wieder zur Tragfähigkeit hin regeneriert werden. Keinesfalls darf der Sattel diese Fehlstellung übernehmen, da dann beim geringsten Versuch der Aufwölbung dieser so angepasste Sattel „schaukelt“ und zu erneuter Abwölbung (Ventriflexion) veranlasst.

Jedes Pferd hat individuelle Rückenmerkmale, daher auch ein ganz individuelles Gangvermögen. Dynamik in der Beziehung Mensch, Sattel und Pferd sowie Balance im Sitz mit den perfekten Einwirkungen sollten das Ziel des guten Reiters sein, damit für das Pferd Gehen, Laufen und Springen unter ihm eine ungehinderte, schmerz- und blockadefreie, angenehme und lockere, natürliche Bewegung ist.

Der so genannte „Reiter- oder Massenschwerpunkt“ bzw. die „Tragkennlinie“ liegt im Bereich des 14./15. Brustwirbels. Einige Forscher geben gar für Voll- und Warmblüter den 12. Brustwirbel an. Da Forschungen ergaben, dass fast 60 % des Schwerpunktes beim Pferd auf der Vorhand liegen, und nur ca. 40 % auf der Hinterhand (u. a. von Prof. Dr. Bodo Hertsch †, Uni Berlin) ist es zwingend erforderlich, dass auch dort der größte Teil des Reitergewichtes abgefangen werden muss. Daher ist aus physiologischer und anatomischer Sicht unbedingt darauf zu achten, dass der Reitsattel (egal ob Vielseitigkeitssattel, Dressursattel, Springsattel, Islandsattel, Ponysattel, oder Wanderreitsattel,) den Reiter dort „hin setzt“. Die Kissen des Sattels stellen die direkte Verbindung zwischen Sattelbaum und der Muskulatur des Pferdes dar. Besonders die optimale Füllung, die Form und der Übergang zum unteren Sattel-bzw. Schweißblatt sollten keine Druckimpulse auslösen. U. a. aus dieser Erkenntnis wurde bereits 2010 das „SWINGING-MOTION“-System von Theo Stamm erfunden, entwickelt und getestet, um dann 2011 zum Patent angemeldet zu werden. Hierbei geht das Rückenkissen nahtlos in das Vollpolster-Seitenkissen über. Mehr dazu unter „SWINGING-MOTION“-SYSTEM.

Richtig Satteln

Der Sattelbaum bzw. seine Form bestimmt, welche Position der Reiter einnimmt. Die Gurtbefestigung muss der Rückenlänge sowie dem Bauchumfang entsprechen (bei Kleinpferden weit vorne) und durch die Sattelstrupfen-Führungsschlaufen erfolgen, damit der Sattel nicht durch die Anatomie des Pferdes (z. B. runder Bauch) nach vorne geschoben wird.

Allgemein ist die Sattellage so zu wählen, dass sie den richtigen Masseschwerpunkt trifft. Die vordere Auflage muss hinter der Schulterblatt-Rotationszone, dem Oberarmstrecker und Schultergelenkmuskel bei der angehobenen und vorwärts-rückwärts bewegten Vorhand beginnen, damit die Vorhandaktion nicht beeinträchtigt wird. Diesen Bereich nennt man die Schulterbewegungszone. Diese darf durch das Schulterkissen nicht unter Druck geraten.

Das untere Sattelblatt (Schweißblatt) bzw. dessen Vorderblende muss weit genug zurück stehen und an der Vorderkante weich gepolstert sein, wie das bei allen aktuellen, schulterfreien TESTA Sätteln der Fall ist..

Die TESTA Sattelmodelle haben daher keine Vorgurtstrupfen, da diese die Bewegung der Vorhandmuskulatur behindern und zu Muskelverspannungen und Blockierungen führen können. Neben dem „Freigeben“ der Schulterbewegungszone, (Schulterfreiheit)dessen Muskeln für die energetische Versorgung der Trapezmuskeln verantwortlich sind, ist die größtmögliche Kammerfreiheit und Aussparung (Vorderzwiesel) zu gewährleisten. Stolper- oder Fehltakt-Symptome sind die häufige Ursache von falsch eingestellter Kammerweite, da dann der punktuelle Druck auf das Ganglion-Stellatum (hier ganz besonders bei Trapezmuskel-Atrophie) zum Stolpern führt.

Wir geben daher die richtige Sattellage in unserem Messprotokoll exakt an, die unbedingt auch beibehalten werden muss, damit die guten Eigenschaften des TESTA „SWINGING-MOTION“-Sattels erhalten bleiben. Die Biegefähigkeit darf niemals durch den Sattel beeinträchtigt werden.